Unser Leser Manuel Schramm erklärt in diesem Artikel den Einstieg in die Krähenjagd.

Die Jagd auf Krähen wurde in den vergangenen Jahrzehnten von vielen Jägern kaum verfolgt und wird durch einige Jäger oft nur mit einem müden Lächeln bedacht. Dabei hat sich längst gezeigt, dass die Krähenjagd nicht nur sehr herausfordernd ist, sondern sich auf positiv auf den Niederwildbestand auswirken kann. In den letzten Jahren hat die Jagd auf die listigen Rabenvögel jedoch immer mehr Zuspruch gefunden.

Krähen sind sehr schlaue und extrem vorsichtige Vögel. Das macht die Jagd sehr schwer. Man muss zum Teil einen recht hohen Aufwand betreiben, um gerade ältere, erfahrene Krähen zu überlisten. Einmal angelockt und vorbeigeschossen, wird diese Krähe so schnell nicht wieder auf das gleiche Lockbild reinfallen und andere Krähen aus der Ferne warnen.

Die Lockjagd

Wie sollte man die Jagd auf Krähen also betreiben? Hierfür gibt es mehrere Ansätze und man sollte alle Methoden abwechselnd einsetzen. Als sehr viel versprechend hat sich die gezielte Lockjagd auf Krähen erwiesen. Dabei unterscheidet man einerseits das freundliche und andererseits das feindliche Lockbild. Aber auch der abendliche Ansitz an den Schlafbäumen der Krähen hat sich schon regelmäßig bewährt.

Krähen haben einen unglaublich gut ausgebildeten Sehsinn. Sie können Farben erkennen und zudem auch sehr weit sehen. In Verbindung mit ihrer Intelligenz und hohen Erinnerungsfähigkeit macht es die Jagd mitunter wirklich fordernd. Darum ist eine gute Tarnung das A und O auf jeder Krähenjagd*.

In diesem Artikel möchten wir für Krähenjagd-Anfänger einige Tipps zur Jagd mit dem freundlichen Lockbild geben. Beim freundlichen Lockbild wird die Geselligkeit und der Futterneid der Krähen vorteilhaft ausgenutzt. Dabei versucht man, vorbeifliegende Krähen mit Hilfe von Krähenattrappen an den eigenen Tarnstand anzulocken.

Die Ausrüstung

Zunächst benötigt man einen gut getarnten Tarnstand, hinter dem man sich verstecken kann. Diese können fertig gekauft werden. Man kann sich allerdings auch selbst einen bauen.

Weiter sollte man mindestens 12 bis 30 Lockkrähen verwenden. Je mehr desto besser. Hierbei sollte man darauf achten, dass die Lockkrähen beflockt sind. Normale Plastikkrähen glänzen oft im Sonnenlicht, was das Lockbild dann sehr unnatürlich wirken lässt. Sollte man bereits ‚glänzende‘ Plastikkrähen besitzen, so kann man auch einfach schwarze Socken über die Krähen ziehen, um Reflektionen zu vermeiden.

Um etwas Bewegung in das Lockbild zu bringen, kann man Krähenmagnete einsetzen. Dadurch wirkt das Lockbild nicht zu statisch und es erhöht sich die Anziehungskraft auf die Rabenvögel.

Um den akustischen Anreiz zu erhöhen, sollte ein Krähenlocker eingesetzt werden. Diese sind mit etwas Übung leicht zu bedienen und helfen dabei, Krähen auf sich aufmerksam zu machen, die sich nicht im Sichtfeld aufhalten.

Das oberste Gebot bei der Jagd auf Krähen heißt tarnen, tarnen und tarnen!

Zu guter Letzt ist es wichtig, Tarnkleidung zu verwenden. Besonderes Augenmerk liegt auf Kopf, Hände und Flinte. Diese drei Elemente sind meistens in Bewegung. Man benutzt den Locker, hält Ausschau nach den Vögeln und geht letztendlich in den Anschlag, wenn die Krähe in Reichweite kommt. Es gibt nichts ärgerlicheres, als wenn die Krähe den Jäger bereits im Anflug entdeckt und kurz vor Schussreichweite abdreht. Daher ist Tarnkleidung so wichtig. Es reicht oftmals schon ein einfacher Überzieher, den man über der normalen Jagdbekleidung* trägt. Zusätzlich sollte man aber auch Handschuhe und eine Tarnhaube tragen, um Kopf und Hände zu tarnen. Die Flinte kann man mit einem Tarn-Klebeband oder einer Camo-Gewehrsocke überziehen um ungewollte Sonnenreflexionen zu vermeiden.

Was die Wahl des Tarnmusters angeht, ist das jedem selbst überlassen und sollte nach hiesiger Vegetation gewählt werden. Gerade bei der Jagd auf Flugwild hat sich jedoch das Realtree MAX-5 Tarnmuster sehr bewährt. Es eignet sich ideal für die Jagd am Maisfeld, abgeernteten Acker und im Schilf.

Die Vorbereitung der Jagd

Nachdem man für die richtige Ausrüstung gesorgt hat, sollte man sich mit den Gepflogenheiten der Krähen vertraut machen.

Das bedeutet zunächst: Schlafbäume und Flugrouten im Revier ausspähen. Den größten Erfolg dabei hat man meistens in den Morgenstunden, wenn die Krähen von ihren Schlafbäumen zu den Futterstellen fliegen. Diese Routen gilt es zu finden.

Ist eine Route ausgekundschaftet, sollte man einen geeigneten Platz für den Aufbau des Tarnschirms und des Lockbildes finden. Hierbei sind ebenfalls einige Dinge zu beachten, damit einem die listigen Vögel nicht auf die Schliche kommen.

Wichtig ist zum Beispiel, dass der Platz möglichst freistehend ist. Das heißt, es sollten keine Bäume in unmittelbarer Umgebung sein. Die vorsichtigen Tiere werden zuerst die Bäume anfliegen und sich das Treiben im Lockbild von der Ferne ansehen. Oft durchschauen allerdings gerade die älteren Krähen das Lockbild und warnen dann andere anfliegende Krähen.

Auch sollte man das Auto möglichst weit und außer Sichtweite parken. Das hat zwar einen etwas längeren Fußmarsch zur Folge, aber erhöht die Erfolgschancen ungemein.

Den Aufbau des Tarnstands und des Lockbildes sollte man unbedingt in der Nacht vornehmen. Entweder eine Stunde vor Sonnenaufgang oder schon am Abend vorher. Damit verhindert man, dass den Krähen ein Anhaltspunkt für einen Zusammenhang zwischen Lockbild und der Jagd geliefert wird.

Lockbild-Kraehenjagd

Krähen, die nämlich den Aufbau des Lockbildes beobachten, werden einen Zusammenhang zwischen Bejagung und Lockbild herstellen und den Tarnstand daher nicht mehr anfliegen. Darum sollte man den Tarnstand und das Lockbild immer in der Dunkelheit aufbauen.

Das Lockbild sollte direkt vor dem Tarnstand aufgebaut werden. Dabei sollte man die Lockkrähen keinesfalls zu weit vom Tarnstand aufstellen. Die Krähen fliegen immer nur den Rand des Lockbildes an und man muss die Schussreichweite von Schrot einkalkulieren. Maximal 20 bis 30 Meter sind optimal. Sollte man einen Krähenmagneten benutzen, ist es empfehlenswert, diesen links oder rechts am Rande des Lockbildes aufzubauen.

Die Jagd

Nach Aufbau des Lockbildes kann man sich in den Tarnstand setzen und auf den Sonnenaufgang warten. Ab Sonnenaufgang beginnt man, den Krähenlocker in regelmäßigen Abständen (aber nicht zu oft) einzusetzen. So macht man die Krähen in der Umgebung auf die eigene Position aufmerksam.

Wenn die erste Krähe den Tarnstand anfliegt, heißt es: Ruhe bewahren.
Man sollte sich nur langsam bewegen und erst im letzten Moment in den Anschlag gehen, um die Krähe nicht zu verschrecken. Die erlegte Krähe kann man entweder von einem Hund apportieren, oder aber liegen lassen. Auf keinen Fall sollte man den Tarnstand verlassen, um die geschossene Krähe einzusammeln.

Idealerweise sammelt man die geschossenen Krähen erst beim Abbau des Lockbildes und Tarnstandes ein, da ansonsten weitere, anfliegende Krähen vertrieben werden. Außerdem könnten die Krähen sonst auch einen Zusammenhang zwischen Mensch und Krähenjagd aufbauen. Das gilt es möglichst zu vermeiden.

Gegen frühen Vormittag kann die Jagd meistens beendet werden, da die meisten Krähen ausgeflogen sind.

Für die nächste Krähenjagd sollte man dann unbedingt ein paar Dinge beachten: Die gleiche Stelle sollte nicht zu oft bejagt werden. Auch sollte man das Lockbild regelmäßig anders aufbauen, damit für die Krähen kein Muster zu erkennen ist. Auch hat es sich bewährt, das freundliche Lockbild mit dem feindlichen Lockbild abwechselnd einzusetzen.

Die genannten Tipps sollten bei der nächsten Krähenjagd zum Erfolg verhelfen und dabei unterstützen, grobe Fehler zu vermeiden. Wie schon erwähnt, ist es sehr wichtig, dass die Krähen keine Muster erkennen. Darum sollte man einfach immer wieder neue Stellen aufsuchen und neue Taktiken anwenden, um auch langfristig Erfolg bei der Krähenjagd zu haben.

Waidmannsheil

Manuel Schramm

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