Ein Wellington ist kein Alltagsgericht.
Er lebt von Ruhe, Präzision und dem Zusammenspiel der Komponenten. Genau deshalb eignet sich Wildfleisch so gut dafür – wenn man es ernst nimmt.

Vorbereitung

Rehrücken

  • Rehrücken sauber parieren, Silberhäute vollständig entfernen
  • Raumtemperatur annehmen lassen
  • Rundum salzen und pfeffern

Pilz-Duxelles

  • Pilze, Schalotten und Knoblauch sehr fein hacken
  • Butter & Öl in einer Pfanne erhitzen
  • Masse bei mittlerer Hitze lange und geduldig braten, bis alle Flüssigkeit verdampft ist
  • Am Ende würzen, ggf. Thymian kurz unterheben
    → Die Masse muss trocken sein, sonst weicht der Teig durch

Zubereitung

1️⃣ Rehrücken anbraten

  • Öl und Butter stark erhitzen
  • Rehrücken von allen Seiten kurz und scharf anbraten
  • Pfanne vom Herd ziehen
  • Fleisch dünn mit Dijon-Senf einstreichen
  • Vollständig abkühlen lassen

2️⃣ Wellington vorbereiten

  • Frischhaltefolie auslegen
  • Schinkenscheiben leicht überlappend darauf auslegen
  • Pilz-Duxelles gleichmäßig verteilen
  • Rehrücken mittig platzieren
  • Mithilfe der Folie straff einrollen
  • Mindestens 30 Minuten kaltstellen

3️⃣ Blätterteig

  • Blätterteig ausrollen
  • Rehrücken aus der Folie nehmen
  • In den Teig einschlagen, Enden sauber verschließen
  • Mit Eigelb-Sahne-Mischung bestreichen
  • Optional: feine Einschnitte für Optik (nicht durchstechen)

4️⃣ Backen

  • Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen
  • Wellington auf ein Blech mit Backpapier legen
  • Ca. 20–25 Minuten backen
  • Kerntemperatur:
    • 54–56 °C → rosa, saftig
    • danach 10 Minuten ruhen lassen

Beilagen

Sellerie-Kartoffel-Püree

  • 500 g Kartoffeln
  • 300 g Knollensellerie
  • Butter, Milch, Salz, Muskat
    → Fein, cremig, nicht dominant

Glasierte Karotten / Pastinaken

  • In Butter und wenig Honig sanft garen
  • Leicht salzen, kein Pfeffer

Servieren

Wellington erst nach der Ruhezeit in Scheiben schneiden.
Kein Druck, kein Hast.
Die Schichten sollen sichtbar bleiben.

Küchentipp (Wilde Küche)

Wild-Wellington verzeiht keine Hektik.
Das Fleisch darf nicht übergart werden, der Teig nicht feucht sein.
Wer sich Zeit nimmt, wird belohnt.

Varianten

  • Dammwildrücken: identische Zubereitung, etwas kräftiger im Geschmack
  • Sikawild: hervorragend, sehr aromatisch, Senf sparsam einsetzen
  • Rehrücken: am feinsten, ideal für den Einstieg

Abschließender Gedanke

Ein Wellington ist kein Showgericht.
Er ist ein Versprechen an Produkt und Moment.

Und Wild hält dieses Versprechen,
wenn man es lässt.

Zeitaufwand 3 Stunden
Swierigkeitsgrad schwer

Zutaten (4 Personen)

Für den Rehrücken

  • 1 ausgelöster Rehrücken, ca. 700–900 g
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 1 EL neutrales Öl
  • 1 EL Butter
  • 2–3 EL Dijon-Senf

Für die Pilz-Duxelles

  • 500 g Champignons oder braune Kräuterseitlinge
  • 2 Schalotten
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Öl
  • Salz, Pfeffer
  • optional: etwas Thymian (sehr sparsam)

Weitere Komponenten

  • 6–8 Scheiben luftgetrockneter Schinken (Parma oder Schwarzwald, dünn geschnitten)
  • 1 Rolle Blätterteig (gekühlt)
  • 1 Eigelb + 1 EL Sahne (zum Bestreichen)

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