
Wärmebildtechnik gehört für viele Jäger längst zur jagdlichen Praxis. Doch wer mit einem Wärmebildvorsatzgerät oder einem Wärmebildzielgerät auf dem Schießstand trainieren möchte, stößt schnell auf ein Problem: Die gewohnten Zielscheiben funktionieren plötzlich nicht mehr so, wie man es von der Tageslichtoptik kennt. Aus unserer täglichen Arbeit in der Schießausbildung für Landesforstbetriebe und private Jäger ist deshalb eine Idee entstanden, die zunächst erstaunlich einfach klingt: Warum passen wir nicht die Zielscheibe an die Technik an?
Wenn die Zielscheibe plötzlich zum Problem wird
Eigentlich ist der Ablauf auf dem Schießstand seit Jahrzehnten derselbe. Die Waffe wird vorbereitet, die Zielscheibe auf die gewünschte Entfernung gebracht und durch das Zielfernrohr ein sauberer Anhaltepunkt gesucht. Ob auf 50, 100 oder 300 Meter, das Prinzip bleibt gleich. Der Schütze erkennt sein Ziel, richtet sein Absehen darauf aus und versucht, eine möglichst reproduzierbare Schussabgabe zu erreichen.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Wärmebildtechnik verändert sich dieses vertraute Bild jedoch grundlegend. Denn während unser Auge und eine klassische Tageslichtoptik auf sichtbare Helligkeits- und Farbunterschiede reagieren, arbeitet ein Wärmebildgerät nach einem völlig anderen Prinzip. Es macht thermische Strahlung sichtbar und stellt Unterschiede in der erfassten Strahlung als Bild dar.
Was zunächst nach einem rein technischen Unterschied klingt, hat erhebliche Auswirkungen auf die Schießausbildung. Eine schwarze Zehn auf einer weißen Papierscheibe ist für das menschliche Auge ein hervorragend erkennbarer Anhaltepunkt. Im Wärmebild muss derselbe schwarze Kreis aber keineswegs als klar abgegrenzte Fläche erscheinen. Unter ungünstigen Bedingungen verschwimmen die Konturen oder die Scheibe hebt sich kaum noch von ihrem Hintergrund ab.
Plötzlich ist nicht mehr die Präzision der Waffe oder die Qualität der Optik das Problem, sondern etwas so Banales wie die Zielscheibe.
Bisher behalf man sich deshalb häufig mit einer vergleichsweise einfachen Lösung: Wärmepads. Die kleinen Wärmequellen wurden auf der Zielscheibe befestigt und erzeugten einen deutlich erkennbaren thermischen Anhaltepunkt. Das funktionierte grundsätzlich und war für eine schnelle Kontrolle der Treffpunktlage durchaus brauchbar. Wer jedoch regelmäßig mit Wärmebildtechnik auf dem Schießstand arbeitet, kennt auch die Nachteile dieser Methode.
Zum einen besitzen Wärmepads nur eine begrenzte Nutzungsdauer. Je nach Produkt und Umgebungsbedingungen lässt ihre Wärmeabgabe mit der Zeit nach, wodurch auch der Kontrast im Wärmebild schwächer wird. Zum anderen vertragen sie nur eine begrenzte Anzahl direkter Treffer. Wird das Pad mehrfach getroffen, kann es beschädigt werden und muss ausgetauscht werden. Gerade bei längeren Trainingseinheiten oder bei mehreren Schützen bedeutet das zusätzlichen Aufwand. Neue Pads müssen vorbereitet und angebracht werden, während sich die thermische Darstellung im Verlauf des Trainings verändern kann.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Ein Wärmepad liefert zwar einen thermischen Zielpunkt, aber noch lange kein vertrautes Zielbild. Statt einer sauber strukturierten Ringscheibe sieht der Schütze häufig lediglich eine mehr oder weniger klar abgegrenzte Wärmefläche. Für eine einfache Treffpunktkontrolle mag das ausreichen. Für eine systematische Schießausbildung, bei der es um einen reproduzierbaren Anhaltepunkt und die Beurteilung der Schussleistung geht, ist diese Lösung jedoch nur bedingt zufriedenstellend.
Die Wärmepads waren damit ein pragmatischer erster Schritt, um klassische Zielscheiben für die Wärmebildtechnik nutzbar zu machen. Mit der zunehmenden Verbreitung der Geräte und den steigenden Anforderungen an eine professionelle Schießausbildung wurde aber deutlich, dass es eine bessere Lösung geben musste.
Die nächste Entwicklungsstufe sind passive Wärmebildziele. Statt einen einzelnen Zielpunkt künstlich zu erwärmen, wird die Zielscheibe selbst so gestaltet, dass ihre unterschiedlichen Oberflächen im Wärmebild einen erkennbaren Kontrast erzeugen. Dafür benötigt sie weder Batterien noch eine externe Stromversorgung oder ein Wärmepad, das während der Trainingseinheit auskühlt oder durch Treffer beschädigt wird.
Und noch wichtiger: Wir sind nicht mehr darauf beschränkt, lediglich einen warmen Punkt auf einer Papierscheibe darzustellen. Vielmehr lassen sich ganze Zielstrukturen gestalten, von der klassischen Zehner-Ringscheibe bis hin zur jagdlichen Silhouette eines laufenden Keilers.
Genau mit dieser Weiterentwicklung beschäftigen wir uns seit einiger Zeit intensiver.
Die Anforderungen aus der Schießausbildung
Wer den Deutschen Jagdblog regelmäßig liest, weiß, dass wir uns nicht ausschließlich theoretisch mit Waffen, Optiken und jagdlicher Ausrüstung beschäftigen. Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit findet auf dem Schießstand statt. Im Rahmen unserer Schießausbildung betreuen wir unter anderem Landesforstbetriebe und private Jäger. Dabei spielt die Ausbildung mit Wärmebildtechnik eine zunehmend wichtige Rolle.
Es geht längst nicht mehr nur darum, ein Wärmebildvorsatzgerät auf 100 Meter zu kontrollieren. Wir beschäftigen uns auch mit dem sicheren Umgang mit der Technik, dem Erkennen und Ansprechen von Zielen, dem Aufbau eines reproduzierbaren Visierbildes und dem Schießen auf unterschiedliche Entfernungen.
Gerade in der Ausbildung zeigt sich schnell, wie wichtig vertraute Abläufe sind. Ein Schütze, der mit seinem Tageslichtzielfernrohr auf eine Zehner-Ringscheibe trainiert, kennt das Bild aus dem Absehen. Er weiß, wie er den Zielmittelpunkt erfasst, wie er seine Treffpunktlage beurteilt und wie er seine Schussgruppen auswertet.
Warum sollte dieses vertraute Prinzip bei der Verwendung eines Wärmebildgerätes plötzlich aufgegeben werden?
Diese Frage war einer der Ausgangspunkte für die Entwicklung unserer passiven Wärmebildziele.
Wir wollten keine weitere improvisierte Lösung schaffen, bei der zunächst eine Wärmequelle vorbereitet, befestigt oder aktiviert werden muss. Vielmehr sollte eine Zielscheibe entstehen, die sich möglichst selbstverständlich in den gewohnten Ablauf auf dem Schießstand einfügt. Aufhängen, Ziel erkennen, Visierbild aufbauen und trainieren.
Das klingt einfach. Tatsächlich steckt dahinter aber eine interessante technische Herausforderung.
Warum ein Wärmebildgerät anders sieht
Um zu verstehen, weshalb spezielle Wärmebildziele überhaupt notwendig sind, müssen wir uns kurz mit der Funktionsweise der Geräte beschäftigen.
Ein Wärmebildgerät erfasst infrarote Strahlung, die von Oberflächen abgegeben und teilweise auch reflektiert wird. Die Elektronik verarbeitet diese Informationen und erzeugt daraus ein Bild. Je nach gewählter Farbpalette erscheinen die unterschiedlichen Strahlungswerte beispielsweise als helle und dunkle Flächen oder als farbige Abstufungen.
Dabei ist wichtig, dass ein Wärmebildgerät nicht einfach die Temperatur einer Oberfläche fotografiert. Die Darstellung hängt unter anderem vom Emissionsgrad des Materials, von reflektierter Umgebungsstrahlung, von den Umgebungsbedingungen und von der Bildverarbeitung des Gerätes ab.
Zwei Oberflächen können dieselbe tatsächliche Temperatur besitzen und im Wärmebild trotzdem unterschiedlich erscheinen. Umgekehrt können sich Materialien mit verschiedenen Temperaturen unter bestimmten Bedingungen nur schwer voneinander unterscheiden lassen.
Genau hier setzt das Prinzip passiver Wärmebildziele an.
Bei unseren Zielscheiben nutzen wir gezielt unterschiedliche Oberflächeneigenschaften, um im Wärmebild einen erkennbaren Kontrast zwischen den einzelnen Bereichen zu erzeugen. Die Scheibe benötigt dafür weder eine elektrische Stromversorgung noch Batterien oder eine zusätzliche aktive Wärmequelle.
Sie erzeugt also keine eigene künstliche Wärme, sondern nutzt die vorhandenen thermischen Bedingungen und die Eigenschaften ihrer Oberfläche, um für das Wärmebildgerät sichtbar zu werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Darstellung vollkommen unabhängig von der Umgebung funktioniert. Direkte Sonneneinstrahlung, Temperaturwechsel, Feuchtigkeit oder die Beschaffenheit des Hintergrundes können das Erscheinungsbild beeinflussen. Genau deshalb betrachten wir solche Ziele nicht nur unter idealen Bedingungen, sondern setzen uns auch im Rahmen unserer Ausbildung mit ihrer praktischen Nutzbarkeit auseinander.
Die Zehner-Ringscheibe: Ein vertrautes Visierbild für eine andere Technologie
Unser erster Ansatz war die klassische Zehner-Ringscheibe. Sie gehört zu den vertrautesten Zielbildern im Schießsport und in der Schießausbildung. Ihre Stärke liegt in der klaren geometrischen Struktur. Der Schütze erkennt die Mitte, kann sein Absehen reproduzierbar ausrichten und erhält durch die Ringe eine nachvollziehbare Orientierung bei der Trefferauswertung.
Dieses Prinzip wollten wir auf die Wärmebildtechnik übertragen.
Das Ergebnis ist eine passive Wärmebild-Ringscheibe, deren Gestaltung sich bewusst an der bekannten Zehner-Ringscheibe orientiert. Die unterschiedlichen Flächen und Ringe sind so ausgeführt, dass sie im Wärmebild einen Kontrast erzeugen können. Damit erhält der Schütze ein Zielbild, das ihm aus dem Training mit Tageslichtoptik bereits vertraut ist.
Der entscheidende Gedanke dahinter ist nicht, dass ein Wärmebildgerät plötzlich genauso funktioniert wie ein normales Zielfernrohr. Das tut es selbstverständlich nicht. Vielmehr schaffen wir eine vergleichbare visuelle Orientierung.
Wer durch das Wärmebildgerät schaut, soll nicht irgendeinen hellen oder dunklen Fleck anvisieren müssen, sondern eine erkennbare Ringstruktur mit einem definierten Zentrum vorfinden.
Gerade bei der Schießausbildung ist das ein erheblicher Unterschied. Denn Präzision beginnt nicht erst mit dem Betätigen des Abzuges. Sie beginnt bereits damit, dass der Schütze weiß, wohin er eigentlich zielen möchte.
Ein klarer Anhaltepunkt erleichtert die reproduzierbare Ausrichtung des Absehens. Gleichzeitig lassen sich Fehler beim Aufbau des Visierbildes besser erkennen und besprechen.
Das gilt für die Kontrolle der Treffpunktlage ebenso wie für das eigentliche Schießtraining.
Warum ein sichtbares Ziel noch lange kein gutes Trainingsziel ist
An dieser Stelle lohnt es sich, zwischen zwei Dingen zu unterscheiden, die häufig miteinander verwechselt werden: der Erkennbarkeit eines Zieles und seiner Eignung für präzises Schießen.
Ein großer thermischer Kontrast kann dafür sorgen, dass ein Gegenstand auf erhebliche Entfernung sichtbar wird. Daraus folgt aber noch nicht, dass sich auf diesem Gegenstand auch ein ausreichend genauer Anhaltepunkt bestimmen lässt.
Ein Beispiel: Eine große, deutlich erkennbare Fläche kann im Wärmebild hervorragend sichtbar sein. Wenn ihre Konturen jedoch unscharf erscheinen oder sich ihr Mittelpunkt nicht zuverlässig bestimmen lässt, ist sie für eine präzise Treffpunktkontrolle nur eingeschränkt geeignet.
Bei einer Zehner-Ringscheibe kommt es deshalb nicht nur darauf an, dass sie sich vom Hintergrund abhebt. Entscheidend ist, ob die einzelnen Strukturen in der jeweiligen Entfernung noch ausreichend klar dargestellt werden.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen. Die Auflösung des Wärmebildsensors, die optische Vergrößerung, die Bildverarbeitung, der thermische Kontrast und natürlich die Größe der Zielstruktur beeinflussen, was der Schütze tatsächlich erkennen kann.
Auch die Entfernung ist entscheidend. Je weiter die Scheibe entfernt steht, desto kleiner wird ihre Darstellung im Sensorbild. Irgendwann erreicht man einen Punkt, an dem einzelne Ringe nicht mehr sauber voneinander unterschieden werden können.
Das ist keine Besonderheit unserer Zielscheiben, sondern eine grundsätzliche Grenze jeder bildgebenden Optik.
Schießen mit Wärmebildtechnik auf größere Entfernungen
Ein interessanter Aspekt unserer bisherigen Arbeit ist, dass sich passive Wärmebildziele keineswegs ausschließlich auf die klassische 100-Meter-Bahn beschränken müssen.
In unserer Ausbildung beschäftigen wir uns auch mit größeren Schussentfernungen und der Frage, welche Zielstrukturen dort noch zuverlässig wahrgenommen werden können.
Unsere bisherigen Erfahrungen und Vergleiche mit unterschiedlichen Materialien zeigen, dass sich geeignete thermische Kontraste durchaus auch auf 400 oder 500 Meter sichtbar machen lassen. Allerdings muss man dabei sehr genau unterscheiden, was auf dieser Entfernung tatsächlich noch erkannt wird.
Eine große Silhouette lässt sich unter passenden Bedingungen wesentlich leichter darstellen als die feinen Strukturen einer Zehner-Ringscheibe. Während die äußere Form eines entsprechend großen Zieles noch deutlich erkennbar sein kann, sind die einzelnen Ringe einer Präzisionsscheibe unter Umständen längst nicht mehr sauber aufzulösen.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Wer auf größere Entfernungen mit Wärmebildtechnik arbeitet, muss deshalb nicht nur die Zielgröße, sondern auch die Gestaltung der Zielstruktur berücksichtigen. Eine Scheibe, die auf 100 Meter ein hervorragendes Visierbild liefert, muss auf 500 Meter nicht mehr denselben Zweck erfüllen können.
Für uns ist genau das ein interessanter Bestandteil der weiteren Entwicklung. Wir untersuchen, welche Strukturen sich für welche Entfernungen eignen und wie sich die Darstellung durch geeignete Materialien und Flächengrößen verbessern lässt.
Die genannten Entfernungen sind dabei keine pauschale Leistungszusage für jedes Wärmebildgerät und jede Zielscheibe. Sie beschreiben vielmehr, welche Möglichkeiten wir bei geeigneten Materialien und ausreichend großen Strukturen beobachten konnten.
Auch sollte man die Sichtbarkeit eines Zieles auf große Entfernung nicht mit einer jagdlich vertretbaren Schussdistanz gleichsetzen. Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Fragestellungen.
Vom Ringbild zum laufenden Keiler
Mit der Zehner-Ringscheibe war allerdings nur ein Teil unserer Anforderungen abgedeckt.
Denn Schießausbildung besteht nicht ausschließlich daraus, möglichst kleine Streukreise zu produzieren. Gerade im jagdlichen Training geht es auch darum, ein Visierbild schnell und sauber aufzubauen, Zielbewegungen wahrzunehmen und den Umgang mit der eigenen Optik unter wechselnden Bedingungen zu beherrschen.
Ein klassisches Beispiel dafür ist der laufende Keiler.
Die bekannte Keilerscheibe ist seit vielen Jahren Bestandteil der jagdlichen Schießausbildung. Sie verbindet die Darstellung eines Wildkörpers mit einem definierten Zielbereich und schafft damit eine andere Trainingssituation als eine reine Ringscheibe.
Diesen Gedanken haben wir auf unsere passiven Wärmebildziele übertragen.
Entstanden ist eine selbstklebende Keilerscheibe, deren Gestaltung sich an der bekannten DJV-Überläuferkeilerscheibe orientiert. Das Motiv ist etwas größer ausgeführt und verfügt über einen deutlich abgegrenzten Zielbereich.
Der entscheidende Unterschied zur Zehner-Ringscheibe liegt in der Aufgabenstellung. Während bei der Ringscheibe die präzise und reproduzierbare Ausrichtung des Absehens im Mittelpunkt steht, soll die Keilerscheibe insbesondere das Aufnehmen und Halten eines Visierbildes auf einer jagdlichen Silhouette ermöglichen.
Das kann beispielsweise beim Training auf einer geeigneten beweglichen Schießstandanlage interessant sein. Der Schütze muss das Ziel im Wärmebild erfassen, seine Konturen erkennen und den Zielbereich sicher zuordnen.
Gerade beim Wechsel von der Tageslichtoptik zur Wärmebildtechnik kann sich das zunächst ungewohnt anfühlen. Je nach Gerät, Vergrößerung und Farbpalette erscheint der Wildkörper anders als im klassischen Zielfernrohr. Auch das Absehen kann im Verhältnis zum Ziel eine andere Wirkung entfalten.
Solche Unterschiede lassen sich im Rahmen einer strukturierten Ausbildung gezielt thematisieren.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die besonderen rechtlichen und jagdethischen Anforderungen beim Einsatz von Wärmebildtechnik auszublenden. Vielmehr soll der sichere und bewusste Umgang mit der Technik dort trainiert werden, wo dies rechtlich zulässig und schießstandtechnisch möglich ist.
Selbstklebende Folie oder Textil: Unterschiedliche Anforderungen auf dem Schießstand
Nicht jeder Schießstand ist gleich aufgebaut und nicht jede Ausbildung stellt dieselben Anforderungen an das Zielmaterial.
Deshalb bieten wir die passiven Wärmebildziele in unterschiedlichen Ausführungen an. Neben der selbstklebenden Folie gibt es eine Textilvariante. Ergänzend stehen Zielspiegel zur Verfügung.
Die selbstklebende Ausführung lässt sich auf einem geeigneten Trägermaterial befestigen und ermöglicht eine unkomplizierte Vorbereitung der Zielanlage. Die Textilvariante bietet eine weitere Möglichkeit, die Zieldarstellung an die vorhandenen Bedingungen anzupassen.
Welche Ausführung sich im konkreten Fall besser eignet, hängt unter anderem vom Scheibenträger, vom Aufbau des Schießstandes und vom vorgesehenen Trainingsablauf ab.
Bei der Keilerscheibe setzen wir auf eine selbstklebende Ausführung. Dadurch lässt sich das großflächige Motiv auf einem passenden Träger anbringen und in die vorhandene Zielanlage integrieren.
Für uns ist diese Flexibilität wichtig, weil die Anforderungen im Ausbildungsbetrieb unterschiedlich ausfallen können. Eine stationäre Kontrollscheibe auf 100 Meter stellt andere Anforderungen als ein großflächiges Zielbild für eine bewegliche Scheibenanlage.
Was unsere bisherigen Erfahrungen zeigen
Unsere passiven Wärmebildziele sind keine rein theoretische Entwicklung. Wir setzen sie bereits aktiv in unseren Schießausbildungen ein und sammeln dabei fortlaufend praktische Erfahrungen.
Besonders erfreulich ist für uns, dass sich das Grundkonzept im bisherigen Trainingsbetrieb bewährt. Die bekannte Ringstruktur ermöglicht ein vertrautes Zielbild, während die Keilerscheibe eine jagdlich orientierte Trainingsaufgabe abbildet.
Gleichzeitig zeigt die praktische Arbeit aber auch, dass es noch Entwicklungspotenzial gibt. Unterschiedliche Materialien, Zielgrößen und Oberflächenstrukturen können das Erscheinungsbild im Wärmebild beeinflussen. Hinzu kommen die Eigenschaften des jeweiligen Gerätes und die äußeren Bedingungen auf dem Schießstand.
Wir betrachten die Entwicklung deshalb nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als einen fortlaufenden Prozess.
Gerade die Arbeit auf größeren Entfernungen ist dabei interessant. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass ein Ziel nicht nur thermisch erkennbar sein muss, sondern auch eine zur Entfernung passende Struktur benötigt.
Eine große Schweinesilhouette kann unter geeigneten Bedingungen noch erkennbar sein, während die feinen Ringe einer Zehner-Scheibe längst an die Auflösungsgrenzen der verwendeten Wärmebildtechnik stoßen.
Solche Erkenntnisse fließen in unsere weitere Arbeit ein.
Was wir bislang bewusst nicht behaupten möchten, ist eine uneingeschränkte Funktion bei jeder Witterung, jeder Temperatur und mit jedem Wärmebildgerät. Dafür wären standardisierte Vergleichsreihen unter definierten Bedingungen notwendig.
Unsere Erfahrungen stammen aus dem praktischen Ausbildungsbetrieb. Sie sind für die Weiterentwicklung ausgesprochen wertvoll, ersetzen aber keine vollständige messtechnische Untersuchung.
Wärmebildtechnik verändert auch die Anforderungen an die Schießausbildung
Vielleicht ist das der eigentlich interessante Punkt an der ganzen Entwicklung.
Wenn über moderne Wärmebildtechnik gesprochen wird, stehen meist die Geräte im Mittelpunkt. Diskutiert werden Sensorauflösung, Pixelgröße, thermische Empfindlichkeit, Vergrößerung, Bildfrequenz und natürlich die Frage, welches Gerät das bessere Bild liefert.
Das ist verständlich. Schließlich hat sich die Technik in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt.
Allerdings wird dabei häufig übersehen, dass neue Optiktechnologien auch neue Anforderungen an die Ausbildung stellen.
Ein Schütze wird nicht automatisch sicherer, nur weil sein Wärmebildgerät eine höhere Auflösung besitzt. Er muss lernen, das dargestellte Bild richtig zu interpretieren, Entfernungen einzuschätzen, Konturen zu erkennen und ein reproduzierbares Visierbild aufzubauen.
Genau deshalb halten wir es für sinnvoll, bekannte Elemente der klassischen Schießausbildung auf die Wärmebildtechnik zu übertragen.
Die Zehner-Ringscheibe ist dafür ein gutes Beispiel. Sie schafft eine Verbindung zwischen dem vertrauten Training mit Tageslichtoptik und einer Technik, deren Bilddarstellung zunächst völlig anders funktioniert.
Die Keilerscheibe geht einen Schritt weiter und überträgt diesen Ansatz auf ein jagdlich geprägtes Zielmotiv.
Beide Entwicklungen verfolgen letztlich dasselbe Ziel: Der Schütze soll sich nicht mit einer improvisierten Zieldarstellung beschäftigen müssen, sondern seine Aufmerksamkeit auf den Umgang mit der Waffe, der Optik und dem eigentlichen Trainingsablauf richten können.
Fazit: Manchmal muss nicht die Optik besser werden, sondern die Zielscheibe
Die zunehmende Verbreitung von Wärmebildtechnik verändert nicht nur die Jagdpraxis, sondern auch die Anforderungen an eine zeitgemäße Schießausbildung. Wer mit Wärmebildgeräten trainiert, benötigt Ziele, die auf die besonderen Eigenschaften dieser Technik abgestimmt sind.
Aus unserer Arbeit mit Landesforstbetrieben und privaten Jägern ist deshalb der Ansatz entstanden, bekannte Trainingsscheiben für die Wärmebildtechnik nutzbar zu machen.
Mit der passiven Zehner-Ringscheibe wollen wir ein vertrautes, klar strukturiertes Zielbild ermöglichen. Mit der Keilerscheibe erweitern wir dieses Prinzip um eine jagdliche Silhouette, an der sich das Aufnehmen eines Visierbildes trainieren lässt.
Dass solche passiven Zielsysteme ohne zusätzliche Stromversorgung oder aktive Wärmequelle auskommen, macht sie für den praktischen Ausbildungsbetrieb besonders interessant.
Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Konzept funktioniert und sich mit geeigneten Materialien und entsprechend dimensionierten Zielstrukturen auch auf größere Entfernungen übertragen lässt. Gleichzeitig bleiben Fragen zur optimalen Materialwahl, zur Darstellung bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen und zu den Grenzen der Erkennbarkeit Gegenstand unserer weiteren Arbeit.
Denn am Ende geht es uns nicht darum, eine möglichst spektakuläre Zielscheibe zu entwickeln. Es geht darum, Schießausbildung mit Wärmebildtechnik nachvollziehbarer, reproduzierbarer und praxisgerechter zu gestalten.
Und manchmal liegt die Lösung eben nicht in einer neuen Waffe, einem noch besseren Sensor oder einer höheren optischen Vergrößerung.
Manchmal muss man einfach die Zielscheibe neu denken.
Weiterführende Informationen zu unseren passiven Wärmebildzielen:













