Die Schonzeit naht und der Wechsel auf die kleineren Kaliber steht bevor. Neben der .222/ .223 (die offiziell keine Schonzeitkaliber sind) gibt es noch die Kleinkaliber. Wir haben uns auf dem Markt nach Kleinkaliberbüchsen umgesehen und sind bei der Akademie für Jäger und Sportschützen auf die DIANA R 22 gestoßen. Da sich in unserem Revier ein Golfplatz befindet auf dem überwiegend Kleinwild bejagt wird, kam uns eine Kleinkaliberbüchse gerade gelegen.

Wieso eine Schonzeitbüchse?

Die kleinen Kaliber haben einige Vorteile und Nachteile gegenüber den großen „Pillen“. Wer mit einer Schonzeitbüchse jagt hat es meist auf Kanin, Fuchs oder Raubzeug abgesehen. Diese Wildarten kann man mit kleinen Kalibern effektiv bejagen und zudem haben die kleineren Kaliber den Vorteil, dass Sie den Balg des Wildes für die spätere Verwertung schonen. Weiterhin rufen die kleinen Kaliber eine geringere Hintergrundgefährdung hervor.

Die Nachteile der kleinen Kaliber liegen auf der Hand. Die Leistungen der Patronen liegen deutlich unterhalb der .222-Klasse und aufwärts. Zudem sind gerade die .22lfb und teilweise auch noch die .22 Magnum windempfindlich. Eine bessere Perfomance hat hier nur die .22 Hornet. Auf der nebenstehenden Tabelle haben wir die Drei Kaliber abgetragen (die Daten wurden mit der StrelokApp für gängige Munitionsfabrikate ermittelt).

Leistungsdaten KK

Betrachtet man sich die Tabelle sieht man schnell, dass die .22 Hornet auf 100m die meiste Restenergie hat und gegenüber einem Seitenwind von 4m/s die geringste Abdrift. Die .22 WMR hat ca. 1/3 weniger Restenergie und doppelte Winddrift. Bei der .22lr zeigen sich die Unterschiede am deutlichsten, hier hat man den doppelten Energieverlust gegenüber der .22 Hornet und mehr als die doppelte Winddrift.

Grundsätzlich sind die Ergebnisse nicht verwunderlich und lassen den Schluss zu, dass man als Schonzeitbüchse eine Büchse im Kaliber .22 Hornet oder .22 WMR wählen kann, wobei man mit der .22 Hornet am meisten Leistung abrufen kann.

Unsere Schonzeitbüchse

Wir haben uns bei der Wahl der Schonzeitbüchse, für die DIANA R 22 Carbon im Kaliber .22 WMR entschieden, da derzeit diese Büchse nicht im Kaliber .22 Hornet zur Verfügung steht. Die DIANA R 22 ist eine Kleinkaliberbüchse, die man in den Kalibern .22lr und .22WMR erhalten kann. Ausgeliefert wird die Büchse mit einem grünen rechts/links Polymer-Schaft, der leicht abwaschbar ist und vielen Belastungen standhält. Die Formgebung des Hinterschaftes ist auf das Schießen mit einer Optik ausgelegt und bietet eine Kule zur Unterstützung des Hinterschaftes mit der linken Hand.

DIANA R 22 komplett

Für die Montage des Zielfernrohrs steht eine Picatinny-Schiene zur Verfügung. Auch der Vorderschaft verfügt über eine Picatinny-Schiene zum Anbringen eines Zweibeins. Ebenso kann man optional einen Gewehrriemen über die bereits vorhandenen Riemenbügelhalterungen anbringen. Unsere Ausführung der Waffe verfügt über einen gehämmerten Lauf mit Carbonmantel und einem ½“ UNF Mündungsgewinde. Gehämmerte Läufe haben grundsätzlich eine höhere Festigkeit als gezogene Läufe mit den gleichen Ausgangsmaterialien. Die Präzision des Laufes kommt durch die exakte Innenkontur, die bei gezogenen Läufen ebenso gegeben sein kann.

DIANA R 22 Kammerstengel u. Vorderschaft

Der Abzug der DIANA R 22 steht schon trocken und kann vom 0,9 bis 1,3 kg eingestellt werden. Wir vermuten mal, dass man den Kammerstengel aus optischen Gründen nahezu komplett im Schaft versenkt hat. Es bietet den Vorteil, dass mit Ausrüstung nicht so leicht daran hängen bleibt, allerdings ist die Kammerstengelführung für einen K98 Schützen etwas gewöhnungsbedürftig. Geliefert wird die DIANA R 22 mit zwei zusätzlichen 10 Schuss Magazinen.

Der Praxistest

Da die Waffe ohne Optik und Montage kam, mussten wir noch ein ZF für die DIANA finden. Unsere Wahl viel ein Leupold VX R 1,25 – 4 x 20, dass noch im Keller lag. Zum Montieren haben wir zwei alte Montageringe für die Picatinny-Schiene genommen. Derzeit drängt die Firma SigSauer mit sehr günstigen Preisen auf den Markt, aus diesem Grund haben wir als Alternative noch das Whiskey 3 3-9×50 mit 1“ Mittelrohrdurchmesser getestet.

Wir können im Rahmen dieses Artikels nicht alle Details der Zielfernrohrmontage beschreiben, der wichtigste Aspekt ist, dass Sie das Zielfernrohr mittels Wasserwaagen zur Waffe ausrichten und über die Montagering in eine Flucht mit dem Lauf bringen. Auf dem nebenstehenden Bild sehen Sie ein Beispiel, wie wir es bei einem anderen Projekt gemacht haben. Nachdem wir die Optik montiert und die Waffe gereinigt hatten, konnten wir zum Einschießen übergehen.

ZF Montage

Beim Einschießen der DIANA R 22 sind wir, wie bereits in einem anderen Artikel beschrieben, vorgegangen:

  1. In einer Entfernung von 50m zum Ziel haben wir den Lauf auf das Ziel ausgerichtet, was bei der DIANA R 22 kein Problem ist, da man den Verschluss entnehmen kann.
  2. Danach haben wir die Visierung auf den Punkt ausgerichtet, auf den der Lauf zeigt und einen Kontrollschuss abgegeben (das Ergebnis sehen Sie auf der Abbildung unten).
  3. Nach der Korrektur der Treffpunktlage auf 50m haben wir die Waffe auf 100m Fleck justiert und vier Kontrollschüsse auf die Felder um die Mittelraute gemacht (die selbstklebenden Targets gibt’s bei Alexander Busch von Hubertus Fieldsports).
  4. Das Boresighting ist mit einem zweiten Schützen deutlich einfacher, in unserem Fall war unser Freund „Stolle“ (Erfinder des CZ-Konfigurators) von der CSC Arms Division dabei.
Einschießen DIANA R22

Für Schüsse auf 100m ist das Leupold zwar geeignet aber das Absehen deckt sehr viel Fläche der Zielscheibe ab. Trotzdem kann man an den Trefferergebnissen sehen, dass die Treffpunktlage auf 50m leicht tief ist und auf 100m leicht hoch waren. Somit ist die Büchse geeignet sichere Treffer bis 100m abzugeben. Das Whiskey 3 hatte den Vorteil des größeren Vergrößerungsbereichs. Wir konnte keine Treffpunktverlagerung bei Wechsel der Vergrößerung feststellen.

Ergebnisse Boresighting 50 u. 100m

In der vergangenen Saison konnten wir mit mehreren Kleinkaliberwaffen überwiegend Kaninchen und Fuchs zur Strecke bringen. Im gesamten Zeitraum haben wir ca. 400 Schuss auf dem Schießstand und im Revier aus der DIANA R22 verschossen. Die Treffpunktlage war bei beiden Optiken konstant. Durch regelmäßiges Reinigen erhalten Sie die Präzision den der Waffe. Wir haben die Waffe nach jedem Reviergang grob gereinigt und nach jeweils 100 Schuss einen großen Reinigungsintervall durchgeführt.

Fazit

Aus unserer Sicht ist die DIANA R22 ein sehr gutes Kleinkalibergewehr. Durch den Kunststoffschaft ist die Büchse leicht, robust und von außen gut zu reinigen. Das Kaliber .22 WMR hat genügend Reserve für waidgerechte Schüsse bis 100m auch die Wirkung der Hornadymunition war sehr gut.

Im Lieferumfang sind zwei 10 Schussmagazine enthalten, was in Ordnung ist allerdings haben wir in keiner Situation zwei Magazine in diesem Umfang benötigt. Die Kombination der Waffe mit einem Zweibein war sehr gut, da der Golfplatz durch sein durchschnittenes Gelände häufig die Möglichkeit bietet im Liegen zu schießen.

Bei der Wahl der Optik tendieren wir zu dem Whiskey 3, da das „Mehr“ an Vergrößerung das Schießen angenehmer macht und durch das Absehen in der 2. BE die oft sehr kleinen Ziele nicht zu viel abgedeckt werden. Die Qualität des ZF ist gut und reicht für die Jagd auf Kleinwild und Raubwild vollkommen aus. Der Unterschied der günstigen Optiken macht sich erst im letzten Büchsenlicht bemerkbar. In der Kombination Büchse, Zielfernrohr (Whiskey 3), Montage und Zweibein liegt man bei einem UVP von ca. 1000€, wenn man mal nachfragt sollte auch ein Rabatt drin sein. Kontakt über die Akademie für Jäger und Sportschützen (einfach hier klicken).

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