
Drei Tage Präzisionsschießen in Dänemark: Anspruchsvolle Schießpositionen, wechselnde Entfernungen, Wind und Wetter, moderne Ausbildungsmethoden und eine Challenge, die zeigt, worauf es beim Schießen auf größere Distanzen wirklich ankommt.
26. bis 28. Oktober 2026. Ulfborg, Dänemark.
Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen dem präzisen Schuss auf dem heimischen Schießstand und dem sicheren Treffer unter wechselnden Bedingungen. Wer seine Büchse kennt, regelmäßig trainiert und auf 100 oder 300 Meter zuverlässig trifft, hat zweifellos eine wichtige Grundlage geschaffen. Doch was passiert, wenn die Entfernung plötzlich unbekannt ist, der Wind seine Richtung verändert, die gewohnte Schießauflage fehlt oder eine stabile Schießposition erst gefunden werden muss?
Genau an diesem Punkt setzte die erste Tough Hunter Challenge.
Drei Tage lang trafen sich Ende Oktober 2026 ambitionierte Jäger, erfahrene Schützen, Schießausbilder und Vertreter der Branche im dänischen Ulfborg Skyttecenter. Auf dem Programm standen freies Training, intensive Ausbildung und schließlich eine Challenge, in der die Teilnehmer ihre Fähigkeiten unter anspruchsvollen Bedingungen anwenden konnten.
Was zunächst nach einem weiteren Long-Range-Schießevent klingt, verfolgte ein anderes Ziel: Nicht die größte Entfernung oder der spektakulärste Treffer sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage, wie sich jagdliche Schießfertigkeiten systematisch verbessern und unter wechselnden Bedingungen zuverlässig abrufen lassen.
Dass dabei nicht immer alles nach Plan lief, gehört ebenso zur Geschichte wie beeindruckende Treffer, interessante Ausbildungserfahrungen und eine Gemeinschaft, die sich über drei Tage hinweg entwickelte.
Die Tough Hunter Challenge: Mehr als ein Schießwettkampf
Die Idee hinter der Tough Hunter Challenge entstand aus einer Beobachtung, die wir in unserer langjährigen Arbeit als Schießausbilder immer wieder machen: Zwischen dem technischen Potenzial moderner Jagdwaffen und dem tatsächlichen Können ihrer Nutzer liegt oftmals eine erhebliche Lücke.
Moderne Büchsen, hochwertige Zielfernrohre und leistungsfähige Entfernungsmesser ermöglichen heute eine Präzision, die vor einigen Jahrzehnten noch außergewöhnlich gewesen wäre. Ballistikprogramme liefern Korrekturwerte, Wetterstationen erfassen Umweltbedingungen und moderne Optiken erlauben eine genaue Beobachtung auch auf größere Entfernungen.
Doch keine dieser technischen Möglichkeiten ersetzt den Menschen hinter der Waffe.
Der Schütze muss seine Ausrüstung beherrschen, die Situation beurteilen, eine geeignete Position finden und entscheiden, ob er den Schuss unter den gegebenen Umständen überhaupt verantworten kann.
Gerade beim jagdlichen Schießen auf größere Distanzen wird deutlich, dass Präzision nicht allein aus der Qualität von Waffe und Munition entsteht. Sie ist das Ergebnis aus Wissen, Erfahrung, Schießtechnik und der Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen.
Mit der Tough Hunter Challenge wollten wir deshalb ein Veranstaltungsformat schaffen, das die Ausbildung in den Mittelpunkt stellt und diese mit einer praxisorientierten Leistungsüberprüfung verbindet.
Als Orientierung diente unter anderem der Gedanke des amerikanischen NRL-Hunter-Formats. Dort werden Schießaufgaben unter wechselnden, jagdnahen Bedingungen absolviert. Für die Tough Hunter Challenge haben wir diesen Ansatz aufgegriffen und mit unserem eigenen Ausbildungskonzept verbunden.
Wichtig war uns dabei von Anfang an die Unterscheidung zwischen sportlicher Herausforderung und jagdlicher Anwendung.
Nur weil ein Treffer auf eine größere Entfernung unter kontrollierten Schießstandbedingungen möglich ist, bedeutet das noch lange nicht, dass ein entsprechender Schuss auf Wild auch waidgerecht wäre.
Gerade diese Unterscheidung sollte sich wie ein roter Faden durch die drei Tage ziehen.
Ulfborg in Dänemark: Drei Tage Precision Hunting
Wer das Ulfborg Skyttecenter im Westen Dänemarks kennt, weiß um die besonderen Möglichkeiten dieser Schießstätte.
Weitläufige Schießbahnen, unterschiedliche Entfernungen und eine Infrastruktur, die auch anspruchsvolle Schießausbildungen zulässt, machen das Gelände für das Training mit der Büchse besonders interessant.
Für unsere Veranstaltung stand insbesondere eine Schießbahn mit Distanzen bis 540 Meter zur Verfügung. Ergänzend nutzten wir weitere Bahnen für das Anschießen, die Überprüfung der Ausrüstung und verschiedene Ausbildungsinhalte.
Die Entfernungen waren dabei keineswegs als Empfehlung für jagdliche Schussdistanzen zu verstehen. Vielmehr wollten wir unter kontrollierten Bedingungen beobachten, wie sich Schießfehler, Fehleinschätzungen und äußere Einflüsse mit zunehmender Entfernung bemerkbar machen.
Schon bei der Vorbereitung zeigte sich allerdings, dass ein solches Event nicht einfach aus einigen Stahlzielen und einer Handvoll Schießaufgaben besteht.
Zielmaterial musste organisiert, transportiert und aufgebaut werden. Elektronische Trefferanzeigen, Messgeräte, Schießmatten, Stative, Sandsäcke und Werkzeuge gehörten ebenso dazu wie die Planung der Sicherheitsorganisation, die Abstimmung mit den Verantwortlichen des Schießzentrums und die Einteilung der Ausbilder.
Besonders wertvoll war deshalb die Unterstützung durch ein Team erfahrener Schießausbilder und Partner, die unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen einbrachten.
Mit dabei waren unter anderem Andy Spyra von der Precision Hunter School, Jakob Eckmayr von PEACE GmbH, Sebastian Stevens von Ready to Shoot, Michael Gast von der 1MOA Academy sowie weitere erfahrene Ausbilder und Unterstützer.
Die Veranstaltung lebte von diesen unterschiedlichen Erfahrungen. Nicht jeder Ausbilder vermittelt Schießtechnik auf die gleiche Weise, und gerade darin liegt ein großer Vorteil, solange die Ausbildungsziele klar definiert sind.
Das Wetter lieferte die passenden Rahmenbedingungen gleich mit.
Ende Oktober ist Westdänemark nicht unbedingt für windstille, sonnige Schießstandtage bekannt. Wind, Feuchtigkeit und wechselnde Bedingungen gehörten zum Trainingsalltag. Was für eine klassische Schießveranstaltung unbequem sein kann, ist für eine realitätsorientierte Ausbildung durchaus wertvoll.
Denn die äußeren Bedingungen lassen sich bei der Jagd ebenfalls nicht nach Belieben auswählen.
Tag 1 – Freies Training und die Grenzen der eigenen Fähigkeiten
Der Montag stand zunächst unter dem Zeichen des Ankommens, Kennenlernens und freien Trainings.
Bevor anspruchsvolle Schießaufgaben sinnvoll absolviert werden können, müssen die technischen Grundlagen stimmen. Deshalb ging es zunächst darum, Waffen und Optiken zu überprüfen, die Treffpunktlage zu kontrollieren und ein Gefühl für die eigene Ausrüstung unter den Bedingungen vor Ort zu entwickeln.
Auf den Trainingsbahnen kamen klassische Anschussscheiben ebenso zum Einsatz wie moderne elektronische Trefferanzeigesysteme.
Mit dem ShotMarker-System konnten Treffer und Treffergruppen elektronisch erfasst werden. Ergänzend standen Messgeräte zur Ermittlung der Geschossgeschwindigkeit zur Verfügung, darunter Geräte von Garmin. Neben der Geschwindigkeit an der Mündung interessierte uns auch die tatsächliche Geschossgeschwindigkeit auf 300 Meter.
Für uns als Ausbilder waren diese Messungen besonders interessant.
Ballistische Berechnungen basieren auf Annahmen und Eingangsdaten. Je genauer diese Daten sind, desto besser lässt sich das tatsächliche Verhalten einer Laborierung beschreiben. Dennoch bleibt die praktische Überprüfung unverzichtbar.
Ein ballistischer Rechner ist schließlich nur so zuverlässig wie die Werte, mit denen er arbeitet.
Das freie Training bot außerdem die Gelegenheit, die Schützen in unterschiedlichen Situationen zu beobachten.
Wie sicher beherrscht jemand seine Waffe? Wie reproduzierbar sind die Ergebnisse? Wie geht der Schütze mit Abweichungen um? Werden mögliche Ursachen sachlich analysiert, oder wird vorschnell an der Optik korrigiert?
Solche Beobachtungen sind für einen Ausbilder oft aufschlussreicher als ein einzelner guter Treffer.
Unterschiedliche Schützen, unterschiedliche Voraussetzungen
Schon im Laufe des ersten Tages zeigte sich, dass die Teilnehmer ganz unterschiedliche Erfahrungen und Fähigkeiten mitbrachten.
Das ist bei offenen Ausbildungsformaten vollkommen normal und grundsätzlich auch erwünscht.
Während der eine bereits regelmäßig auf größere Distanzen trainiert, bringt ein anderer möglicherweise viel jagdliche Erfahrung mit, hat aber wenig Gelegenheit, außerhalb klassischer Schießstandentfernungen zu üben.
Daraus ergeben sich unterschiedliche Ausbildungsbedürfnisse.
Ein besonders erfahrener Schütze benötigt möglicherweise nur wenige Hinweise, um seine Position zu optimieren. Ein anderer profitiert stärker davon, zunächst die Grundlagen des Anschlags oder der systematischen Schussbeobachtung zu festigen.
Rückblickend war genau diese Erkenntnis eine der wichtigsten des ersten Veranstaltungstages.
Das freie Training ermöglichte uns zahlreiche Beobachtungen. Gleichzeitig mussten wir feststellen, dass eine freie Trainingsphase allein noch keine systematische Leistungsstandfeststellung darstellt.
Wenn individuelle Fähigkeiten gezielt weiterentwickelt werden sollen, müssen diese zunächst nachvollziehbar erfasst werden.
Tag 2 – Ausbildung unter realistischen Bedingungen
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Ausbildung.
Nachdem sich die Teilnehmer am Vortag mit den Schießbahnen und ihrer Ausrüstung vertraut gemacht hatten, ging es nun darum, ihre Fähigkeiten gezielt weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Schießen aus unterschiedlichen jagdnahen Positionen.
Wer ausschließlich liegend vom Zweibein oder sitzend vom Schießbock trainiert, bewegt sich unter vergleichsweise idealen Bedingungen.
Auf der Jagd sieht die Realität häufig anders aus.
Geländeformen, Bewuchs, verfügbare Auflagen und die jeweilige Situation bestimmen, welche Schießposition überhaupt eingenommen werden kann.
Deshalb beschäftigten wir uns intensiv mit der Frage, wie sich unter unterschiedlichen Voraussetzungen eine möglichst stabile und reproduzierbare Schießposition herstellen lässt.
Jagdliche Anschläge und der Einsatz von Tripods
Einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung bildete das Schießen mit Dreibeinstativen, sogenannten Tripods.
Diese haben in den vergangenen Jahren sowohl im Precision-Rifle-Sport als auch in der spezialisierten jagdlichen Schießausbildung erheblich an Bedeutung gewonnen.
Ihr Nutzen liegt vor allem darin, dass sie unter bestimmten Bedingungen stabile Anschläge ermöglichen, wo klassische Auflagen nicht verfügbar sind.
Allerdings zeigte die Ausbildung auch, dass ein Tripod keineswegs automatisch zu besseren Ergebnissen führt.
Der Umgang damit muss ebenso erlernt werden wie jede andere Schießtechnik.
Besonders interessant war zu beobachten, wie unterschiedlich die Teilnehmer mit den neuen Positionen zurechtkamen.
Während einige Schützen die vermittelten Grundlagen rasch umsetzen konnten, wurde bei anderen deutlich, wie stark sie bisher an gewohnte Schießpositionen gebunden waren.
Das ist keine Schwäche, sondern eine wichtige Erkenntnis.
Wer ausschließlich unter bekannten Bedingungen trainiert, wird vor allem unter genau diesen Bedingungen besser.
Eine breitere schießtechnische Kompetenz entsteht erst dann, wenn unterschiedliche Situationen gezielt in die Ausbildung eingebunden werden.
Präzision, Wind und äußere Bedingungen
Neben den Schießpositionen spielten die Entfernungen und äußeren Bedingungen eine wesentliche Rolle.
Auf der Hauptbahn konnten wir Schießaufgaben über einen großen Entfernungsbereich durchführen.
Gerade bei zunehmender Entfernung treten Einflüsse deutlicher hervor, die auf 100 Meter leicht unterschätzt werden.
Kleine Fehler bei der Schussabgabe, ungenaue Ausgangsdaten oder falsch eingeschätzte Windverhältnisse können zu erheblichen Abweichungen führen.
Für uns als Ausbilder war jedoch nicht allein das Trefferergebnis interessant.
Entscheidend war auch, ob die Teilnehmer ihre Ergebnisse nachvollziehen konnten.
Ein Fehlschuss ist im Training nicht zwangsläufig ein Misserfolg. Wenn seine Ursache erkannt und verstanden wird, kann er einen erheblichen Lernwert besitzen.
Umgekehrt ist ein Treffer wenig aussagekräftig, wenn unklar bleibt, ob er auf einer reproduzierbaren Leistung oder auf günstigen Umständen beruht.
Gerade diese Unterscheidung zwischen Zufallstreffer und beherrschbarer Schießleistung ist im Zusammenhang mit dem jagdlichen Weitschuss von zentraler Bedeutung.
Ausbildung lebt von Rückmeldung
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Zusammenarbeit zwischen Schützen und Ausbildern.
Durch die Aufteilung in Ausbildungsgruppen konnten unterschiedliche Inhalte vermittelt und einzelne Schützen gezielt beobachtet werden.
Dieses Vorgehen hat sich grundsätzlich bewährt.
Die Teilnehmer erhielten die Möglichkeit, verschiedene Herangehensweisen kennenzulernen und unmittelbar Rückmeldung zu ihren Ergebnissen zu bekommen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine Veranstaltung mit mehreren Ausbildern besonders klare Absprachen verlangt.
Welche Inhalte werden vermittelt? Welche Fähigkeiten sollen am Ende beherrscht werden? Und wie stellen wir sicher, dass alle Teilnehmer vergleichbare Ausbildungsziele erreichen?
Diese Fragen nehmen wir aus Ulfborg mit.
Denn gute Schießausbildung entsteht nicht allein durch die Erfahrung einzelner Ausbilder. Sie benötigt auch ein gemeinsames didaktisches Konzept.
Tag 3 – Die Challenge: Wenn Training zur Bewährungsprobe wird
Am Mittwochmorgen änderte sich der Charakter der Veranstaltung.
Nach zwei Tagen Training und Ausbildung stand nun die eigentliche Tough Hunter Challenge auf dem Programm.
Die Teilnehmer mussten verschiedene Aufgaben absolvieren, bei denen nicht mehr einzelne Ausbildungsinhalte isoliert betrachtet wurden. Nun ging es darum, unterschiedliche Fähigkeiten miteinander zu verbinden.
Im Mittelpunkt standen jagdnahe Schießpositionen, wechselnde Entfernungen, die sichere Handhabung der Ausrüstung und die Fähigkeit, unter anspruchsvollen Bedingungen nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.
Unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Anforderungen
Für den Challenge-Tag hatten wir mehrere Stages vorbereitet.
Dabei kamen verschiedene Zielanordnungen und Schießpositionen zum Einsatz. Neben Stahlzielen wurden auch kleinere Zielbilder verwendet, die eine entsprechend präzise Schussabgabe verlangten.
Zu den eingesetzten Zielsystemen gehörten rechteckige Stahlziele sowie beweglich aufgehängte Pendelziele.
Das Besondere an solchen Aufgaben liegt nicht ausschließlich in der Entfernung.
Vielmehr verändern sich die Anforderungen von Stage zu Stage.
Ein Schütze, der in einer stabilen Position gute Ergebnisse erzielt, muss diese Leistung nicht zwangsläufig auch aus einem anderen Anschlag abrufen können.
Dazu kommen die äußeren Bedingungen.
Wind und Wetter machen schließlich keine Pause, nur weil gerade eine Challenge stattfindet.
Gerade bei diesen Aufgaben zeigte sich, wie wertvoll die Ausbildung der vorhergehenden Tage gewesen war.
Für die Teilnehmer bot sich die Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten unter veränderten Bedingungen zu erleben. Für uns Ausbilder entstanden weitere Beobachtungen darüber, welche Fertigkeiten bereits sicher beherrscht wurden und an welchen Stellen noch Ausbildungspotenzial bestand.
Die Sache mit der Kette
Dass bei einer solchen Veranstaltung nicht alles nach Drehbuch läuft, bewies eine Episode, die vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Eines der Stahlziele war an Ketten aufgehängt.
Statt des eigentlichen Zieles traf ein Teilnehmer zunächst eine der Aufhängeketten und beschädigte sie so stark, dass sie zerstört wurde.
Was zunächst wie ein klassischer Fehlschuss mit Materialschaden aussah, entwickelte sich zu einer spontanen Herausforderung.
Die Frage stand im Raum, ob sich auch die zweite Kette treffen ließe.
Tatsächlich gelang auch dieser Treffer.
Das Ergebnis: eine weitere zerstörte Kette und ein Stahlziel, das schließlich zu Boden fiel.
Damit war eine kleine Legende der ersten Tough Hunter Challenge geboren.
Aus dieser Geschichte entstand später die Idee für ein eigenes Sonderabzeichen mit dem passenden Namen „Chain Killer“. Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen hierfür ein T-Shirt zu entwickeln: https://tough-hunter-challenge-apparel.myspreadshop.de/all?mainDesignId=360654229&designName=Chain+Killer
Die Episode sorgte für Gesprächsstoff und zeigte zugleich, dass selbst bei sorgfältiger Planung gelegentlich ganz andere Dinge getroffen werden als ursprünglich vorgesehen.
Vor allem bewies sie aber, dass eine gute Portion Humor bei aller Konzentration und Professionalität ebenfalls zu einer gelungenen Veranstaltung gehört.
Zwischen Challenge und Gemeinschaft
Die einzelnen Aufgaben wurden unter Aufsicht der verantwortlichen Ausbilder durchgeführt.
Dabei hatte die Sicherheit stets Vorrang vor Geschwindigkeit oder Wertung.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Sicherheitsorganisation war die konsequente Verwendung von Safety Flags. Sie machten den Zustand entladener Waffen mit geöffnetem Verschluss auf den Schießbahnen sichtbar und erleichterten die Kontrolle während des Ausbildungsbetriebs.
Ein weiterer interessanter Punkt kam aus dem Teilnehmerfeedback: der Wunsch nach mehr gemeinsamen Aufgaben.
Das ist nachvollziehbar.
Beim anspruchsvollen Präzisionsschießen spielt die Zusammenarbeit zwischen Schütze und Beobachter eine wichtige Rolle. Kommunikation, gegenseitige Kontrolle und die gemeinsame Auswertung von Ergebnissen sind wertvolle Ausbildungsinhalte.
Für die Weiterentwicklung der Tough Hunter Challenge ist dies ein besonders interessanter Ansatz.
Am frühen Mittwochnachmittag waren die eigentlichen Challenge-Aufgaben abgeschlossen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte die Siegerehrung. Anschließend blieb noch Gelegenheit zum freien Schießen, bevor der Abbau begann.
Drei intensive Tage gingen zu Ende.
Was Ausbilder und Teilnehmer aus Ulfborg mitnehmen
Eine Veranstaltung wie die Tough Hunter Challenge lässt sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten.
Für die Teilnehmer stehen häufig persönliche Erlebnisse, neue Erfahrungen, interessante Ausrüstung und die Ergebnisse der Challenge im Mittelpunkt.
Für uns als Veranstalter und Ausbilder ist die Auswertung etwas umfassender.
Was besonders gut funktioniert hat
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war zweifellos das Zusammenspiel der beteiligten Ausbilder.
Unterschiedliche Erfahrungen und fachliche Schwerpunkte ermöglichten eine vielseitige Ausbildung.
Auch die Entscheidung, den Teilnehmern zunächst Zeit für die Überprüfung ihrer Ausrüstung und das freie Training einzuräumen, erwies sich als sinnvoll.
Die Ausbildung am zweiten Tag profitierte davon, dass grundlegende technische Fragen bereits am Vortag geklärt werden konnten.
Als besonders wertvoll erwiesen sich außerdem die Möglichkeiten des Schießzentrums.
Die Hauptbahn bot sehr gute Voraussetzungen für anspruchsvolle Übungen mit unterschiedlichen Entfernungen.
Hinzu kam die Gelegenheit, moderne Mess- und Trefferanzeigesysteme in die praktische Ausbildung einzubinden.
Nicht zuletzt entwickelte sich eine angenehme Gemeinschaft unter den Teilnehmern und Ausbildern.
Gespräche über Waffen, Optiken, Ballistik und Schießtechnik gehörten ebenso zum Alltag wie der gegenseitige Erfahrungsaustausch.
Gerade dieser Austausch über die eigentlichen Ausbildungszeiten hinaus machte einen erheblichen Teil des Veranstaltungswertes aus.
Eine anspruchsvolle Schießausbildung sollte nicht mit der Frage beginnen, welche Übungen wir durchführen wollen, sondern damit, welche Fähigkeiten die Teilnehmer bereits besitzen und welche Kompetenzen wir entwickeln möchten.
Daraus ergibt sich für uns ein klares Konzept, das wir bei zukünftigen Veranstaltungen konsequenter umsetzen werden.
Am ersten Tag steht die systematische Feststellung und Dokumentation des Leistungsstandes.
Am zweiten Tag folgt eine gezielte Ausbildung auf Grundlage der beobachteten Stärken und Schwächen.
Am dritten Tag werden die erworbenen beziehungsweise weiterentwickelten Fähigkeiten in anspruchsvollen, praxisnahen Aufgaben angewendet und überprüft.
Dieses dreistufige Modell soll zukünftig das didaktische Fundament der Tough Hunter Challenge bilden.
Damit wird die Challenge nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem Bestandteil eines umfassenderen Ausbildungsprozesses.
Long Range Hunting: Präzision allein reicht nicht
Wer sich intensiver mit Long Range Hunting beschäftigt, begegnet früher oder später der Diskussion über zulässige und verantwortbare Schussentfernungen.
Dabei werden häufig technische Möglichkeiten mit jagdlichen Anforderungen vermischt.
Eine moderne Büchse kann unter guten Bedingungen auf mehrere Hundert Meter sehr präzise sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein entsprechend weiter Schuss auf Wild unter realen Jagdbedingungen automatisch verantwortbar wäre.
Zwischen dem kontrollierten Training auf einer Schießbahn und einer jagdlichen Situation bestehen grundlegende Unterschiede.
Ein Stahlziel ist unbeweglich oder bewegt sich nach vorhersehbaren mechanischen Abläufen. Es besitzt keine individuelle Anatomie, reagiert nicht unvorhersehbar wie ein lebendes Tier und stellt keine Anforderungen an die Beurteilung des Gesundheitszustandes oder an die sichere Unterscheidung von Wild.
Zudem können sich jagdliche Situationen innerhalb weniger Sekunden verändern.
Windverhältnisse, die Beschaffenheit des Geländes, die Position des Wildes, dessen Verhalten und die Möglichkeiten einer sicheren Schussabgabe müssen gemeinsam betrachtet werden.
Deshalb darf die reine Trefferwahrscheinlichkeit nicht mit der jagdlichen Verantwortbarkeit gleichgesetzt werden.
Die eigenen Grenzen erkennen
Gerade hier liegt aus unserer Sicht einer der größten Vorteile eines fundierten Long-Range-Trainings.
Wer regelmäßig unter unterschiedlichen Bedingungen trainiert, erhält ein realistischeres Bild seiner eigenen Fähigkeiten.
Er erlebt, wie stark sich äußere Einflüsse auf das Trefferergebnis auswirken können und wie begrenzt die Übertragbarkeit einer guten Schießstandleistung auf andere Situationen ist.
Dabei muss ein verantwortungsvoller Schütze auch akzeptieren können, dass bestimmte Bedingungen seine Fähigkeiten übersteigen.
Das gilt unabhängig davon, wie hochwertig seine Ausrüstung ist.
Ein guter Schütze zeichnet sich deshalb nicht nur dadurch aus, dass er schwierige Treffer erzielen kann.
Er muss vor allem erkennen, wann ein Treffer nicht mit der erforderlichen Sicherheit zu erwarten ist.
Die Fähigkeit, auf einen Schuss zu verzichten, ist genauso Bestandteil jagdlicher Kompetenz wie die Fähigkeit, einen präzisen Schuss abzugeben.
Aus diesem Grund verstehen wir Long Range Hunting nicht als Aufforderung, grundsätzlich auf immer größere Entfernungen zu schießen.
Vielmehr eröffnet das Training auf unterschiedlichen und zum Teil größeren Distanzen die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten und ihre Grenzen genauer kennenzulernen.
Das eigentliche Ziel bleibt der sichere, verantwortungsvolle und waidgerechte Büchsenschuss.
Tough Hunter Challenge 2027 – Was wir weiterentwickeln wollen
Nach drei intensiven Tagen in Ulfborg steht für uns fest: Die Tough Hunter Challenge soll keine einmalige Veranstaltung bleiben.
Das Grundkonzept hat sich bewährt.
Die Verbindung aus freiem Training, gezielter Ausbildung und anschließender Challenge bietet hervorragende Möglichkeiten, unterschiedliche Aspekte des jagdlichen Präzisionsschießens miteinander zu verbinden.
Gleichzeitig haben wir eine Reihe von Erkenntnissen gewonnen, die in die Planung der kommenden Veranstaltung einfließen werden.
Dazu gehört vor allem die Weiterentwicklung des Ausbildungskonzeptes.
Wir wollen den Leistungsstand jedes Teilnehmers zu Beginn systematischer erfassen und dokumentieren. Dadurch können wir die anschließende Ausbildung besser an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Auch die Challenge selbst soll weiterentwickelt werden.
Zusätzliche Teamaufgaben, eine bessere Nutzung der Zeit zwischen den einzelnen Stages und eine klarere Verzahnung von Ausbildung und Leistungsüberprüfung gehören zu den Themen, mit denen wir uns beschäftigen.
Darüber hinaus wollen wir die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Herstellern und Ausrüstungspartnern stärker nutzen.
Die Teilnehmer sollen nicht nur mit ihrer eigenen Ausrüstung trainieren können, sondern auch Gelegenheit erhalten, unterschiedliche technische Lösungen kennenzulernen und unter praktischen Bedingungen zu vergleichen.
Dabei darf die Veranstaltung jedoch nicht zu einer reinen Produktpräsentation werden.
Im Mittelpunkt bleibt die Ausbildung des Menschen hinter der Waffe.
Drei Tage, viele Erfahrungen und eine gemeinsame Leidenschaft
Was bleibt also von der Tough Hunter Challenge 2026?
Zunächst die Erinnerung an drei intensive Tage auf einer außergewöhnlichen Schießstätte.
An Wind und wechselnde Wetterbedingungen. An interessante Gespräche über Waffen, Ballistik und Schießtechnik. An anspruchsvolle Schießaufgaben, gelungene Treffer und manche Überraschung.
An eine Stahlzielkette, die einer etwas ungewöhnlichen Herausforderung nicht standhielt.
Vor allem aber bleiben die Erfahrungen aus einer Veranstaltung, die Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft zusammengebracht hat.
Für uns als Organisatoren und Ausbilder war Ulfborg 2026 ein wichtiger erster Schritt.
Wir konnten zahlreiche Ideen in die Praxis umsetzen, wertvolle Erkenntnisse gewinnen und zugleich feststellen, an welchen Stellen unser Konzept noch verbessert werden muss.
Das ist keine Enttäuschung, sondern genau der Prozess, der gute Ausbildung langfristig auszeichnet: beobachten, auswerten, verbessern und erneut überprüfen.
Unser Dank gilt allen Teilnehmern, Ausbildern, Helfern und Partnern, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, diese erste Tough Hunter Challenge möglich zu machen.
Die Tough Hunter Challenge 2026 ist beendet. Die Erfahrungen daraus werden uns noch lange begleiten.

















