Manche Bücher begleiten einen nicht nur durch den Winter, sondern durch ganze Lebensphasen.
Mit 20 Fliegenmustern um die Welt ist für mich genau so ein Buch.
Empfohlen wurde es mir von Bernd Kuleisa, damals Redakteur des Fliegenfischermagazins.
Kennengelernt habe ich ihn auf einer Angelreise nach Schärding in Österreich, wo ich ihn als Guide an der Traun erleben durfte.
Das Buch selbst war ein Weihnachtsgeschenk meiner Familie – zu einer Zeit, in der ich sehr leidenschaftlich mit der Fliege gefischt habe.
Vielleicht liest man es deshalb heute anders. Ruhiger. Aufmerksamer. Und mit viel Erinnerung zwischen den Zeilen.
Inhalt & Aufbau – Reisen, Muster, Geschichten
Thomas Wölfle nimmt den Leser mit auf eine Reise zu einigen der schönsten Fliegenfischerei-Reviere der Welt.
Doch dieses Buch ist kein klassischer Reisebericht – und auch kein reines Fliegenbinderhandbuch.
Es verbindet drei Ebenen:
- erzählerische Angelgeschichten
- eindrucksvolle Fotografie
- 20 ausgewählte Fliegenmuster mit vollständigen Bindeanleitungen
Die Orte wirken nicht wie aufgezählte Ziele, sondern wie erlebte Räume.
Man steht gedanklich mit am Wasser, spürt Wetter, Licht und Erwartung – und versteht, warum genau dieses Muster dort gefischt wurde.
Stil & Lesefreude
Wölfle schreibt so, wie er offenbar auch angelt und fotografiert:
beobachtend, ruhig, mit Sinn für Details.
Die Texte sind persönlich, aber nie eitel.
Die Bilder sind spektakulär, aber nicht laut.
Und die Bindeanleitungen sind klar, verständlich und handwerklich sauber aufgebaut.
Gerade diese Mischung macht das Buch besonders:
Es will nicht belehren – es lädt ein.
Zielgruppe & Einordnung
Dieses Buch richtet sich an:
- passionierte Fliegenfischer
- Fliegenbinder mit Sinn für Ästhetik
- Leser, die Angelbücher nicht nur wegen Technik, sondern wegen Stimmung lesen
Man muss nicht jeden Haken nachbinden, um dieses Buch zu lieben.
Es reicht, wenn man weiß, was es bedeutet, mit Erwartung am Wasser zu stehen.
Fazit
Mit 20 Fliegenmustern um die Welt ist kein Buch für schnelle Tipps.
Es ist ein Buch für Abende, an denen man die Rute längst weggepackt hat – und trotzdem noch einmal ans Wasser möchte.
⭐⭐⭐⭐⭐
5 Sterne – für Erzählkunst, Handwerk und Fernweh zwischen zwei Buchdeckeln.



















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