🖋 Ein Gedanke zum Sonntag
Geduld hat keinen guten Ruf.
Sie gilt schnell als Warten, als Zögern, als Nichtstun. Gerade jetzt, wenn sich im Revier langsam wieder etwas bewegt, entsteht leicht das Gefühl, man müsse bereit sein. Aufmerksam. Schnell. Entscheidungsfähig.
Doch im Revier zeigt sich Geduld anders.
Sie hat nichts mit Stillstand zu tun.
Sie ist wach.
Sie beobachtet.
Sie ordnet ein.
Ich sitze, sehe mehr als noch vor ein paar Wochen – und handle trotzdem nicht. Nicht, weil nichts möglich wäre, sondern weil noch nicht alles klar ist. Geduld bedeutet in solchen Momenten, die Unruhe auszuhalten, die entsteht, wenn man etwas tun könnte, es aber bewusst lässt.
Das ist nicht bequem.
Es fühlt sich manchmal sogar falsch an.
Aber genau hier trennt sich Ungeduld von Haltung.
Im Revier ist Geduld kein passives Abwarten. Sie ist ein innerer Zustand. Ein bewusstes Zurücknehmen, um den richtigen Moment nicht zu übergehen. Wer zu früh handelt, übersieht oft das Wesentliche.
Geduld bedeutet nicht, nichts zu tun – sondern das Richtige abzuwarten.
Der Februar macht das deutlich. Die Zeit des reinen Ausharrens liegt hinter uns. Und doch ist noch nicht alles entschieden. Es braucht Aufmerksamkeit ohne Aktion, Präsenz ohne Eingriff.
Vielleicht ist das die Lehre dieses Sonntags:
Dass Geduld kein Mangel ist, sondern eine Form von Stärke. Und dass gute Entscheidungen selten aus Eile entstehen – sondern aus Ruhe.
Ich wünsche dir einen ruhigen Februar-Sonntag.
Mit klarem Blick, innerer Gelassenheit und der Sicherheit, dass Warten manchmal der aktivste Schritt ist, den man gehen kann.

















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