🖋 Ein Gedanke zum Sonntag
Der Januar ist leise.
Nicht nur im Kalender, sondern auch draußen im Revier. Wenig Bewegung, wenig Begegnungen, oft bleibt alles so, wie es ist. Man sitzt, schaut, hört – und wartet.
Es sind diese Tage, an denen nichts passiert.
Kein Wild tritt heraus.
Kein Schuss fällt.
Und genau deshalb beginnt man genauer hinzusehen.
Ich merke, wie sich der Blick verändert. Weg von der Erwartung, hin zur Wahrnehmung. Plötzlich werden Kleinigkeiten wichtig: eine Spur im Frost, ein Vogelruf, das Licht, das sich langsam verändert. Dinge, die man leicht übersieht, wenn man auf ein Ergebnis wartet.
Der Januar zwingt uns, ohne Beweis auszukommen.
Ohne Strecke.
Ohne Erfolgsmeldung.
Er fragt nicht, was wir erreicht haben – sondern, ob wir bereit sind, hinzuschauen.
Man lernt in diesen Wochen nicht durch Ereignisse, sondern durch ihr Ausbleiben. Durch Geduld. Durch Beobachtung. Durch das Aushalten von Leere. Und vielleicht auch durch das Akzeptieren, dass nicht jede Jagd etwas liefern muss, um wertvoll zu sein.
Reife entsteht oft dort, wo nichts passiert.
Manche Jagderfahrungen hinterlassen keine Strecke – aber Haltung.
Vielleicht ist das die stille Lehre dieses Monats:
Dass Jagd nicht nur aus Momenten besteht, die man erzählen kann, sondern auch aus denen, die man für sich behält. Und dass genau diese Momente uns oft länger begleiten.
Ich wünsche dir einen ruhigen Januar-Sonntag.
Mit klarem Blick, offenen Sinnen und der Gelassenheit, auch aus der Stille etwas mitzunehmen.

















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